Schlüsselschalter

Die wirklich sichere Variante

Als Schlüsselschalter oder Schlüsseltaster bezeichnet man elektrische Schalter beziehungsweise Taster, die mit einem Schloss versehen sind. Das erhöht die Bediensicherheit, da der Schaltvorgang nur von Personen aktiviert werden kann, die den entsprechenden Schlüssel mit sich führen. So können verschiedene Hierarchiestufen im Maschinen- und Anlagenumfeld ohne großen Programmieraufwand realisiert werden.

Im weiteren Verlauf stellen wir Ihnen eine Auswahl verschiedener Anwendungsgebiete vor. Darüber hinaus gehen wir näher auf den Unterschied zwischen Schlüsselschalter und Schlüsseltaster ein und bringen Ihnen die Vorteile dieser Betätiger näher. Auf dieser Seite erhalten Sie die Informationen, die Sie zu diesem Thema brauchen.

Schlüsselschalter oder Schlüsseltaster – was ist der Unterschied?

Der Taster löst nur einen Impuls im Stromkreis aus. Danach kann der Schlüssel ausschließlich in die Ausgangsposition zurückbewegt und demnach auch abgezogen werden. Das Schloss rastet also nicht in einer anderen Position ein. Solche Schlüsseltaster kommen dann zum Einsatz, wenn nur eine Auswahl erfolgen soll. Beispielsweise bei der Anwahl des Stockwerks in einem Aufzug.

Ein Schlüsselschalter verfügt über mehrere Rastpositionen, da er zum Setzen eines Schaltzustandes genutzt wird. Das heißt: Der Schalter schließt beziehungsweise öffnet den jeweiligen Stromkreis. Diesen Vorgang bezeichnen Fachleute hin und wieder auch als Schlüsseln. Eingesetzt wird er zum Beispiel bei aus Einkaufshäusern bekannten automatischen Schiebetüren, wo der Zustand mithilfe des Schlüssels festgelegt werden kann. Dabei ist der Schlüsselschalter nicht auf zwei Rastpositionen begrenzt, sondern kann über mehrere, meist bis zu vier, verfügen. Um beim Beispiel der Schiebetür zu bleiben, wären dies folgende: Dauer-Offen, Dauer-Geschlossen, Nur Ausgang, Automatik.

Übrigens: Ein naher Verwandter der Schlüsselschalter sind Kartenleser, wie sie in vielen Hotels zum Einsatz kommen. Dabei übernimmt die Karte den Part des Schlüssels. Fingerabdruck und Irisscanner erfüllen einen ähnlichen Zweck, kommen momentan aber nur in speziellen Fällen zum Einsatz.


Der Schalter mit Schlüssel – die Vorteile und Möglichkeiten

Als führender Hersteller im Bereich der Mensch-Maschine-Kommunikation hat RAFI einige Kategorien an Befehls- und Meldegeräten im Portfolio. In Sachen Spannung nutzen die meisten Schlüsselschalter 230 V. Die Schlüsselschalter der unterschiedlichen Baureihen bieten meist bis zu vier Schaltstellungen. Durch die Form der Schlüssel sind so bis zu 10 000 verschiedene Schließungen möglich. Hinzu kommt die Zusatzfunktion „Berechtigungsschlüssel“: Je nach genutztem Schlüssel können verschiedene Schaltstellungen geschlüsselt werden, nur bestimmte Personen können also die Schlossstellungen 1, 2, 3 oder 4 der Steuerung erreichen.

Bei einer fiktiven Fertigungsanlage könnte dies wie folgt aussehen: Der Anlagenführer startet die Anlage zu Beginn seiner Schicht, indem er seinen Berechtigungsschlüssel bis zur maximal möglichen Stellung 1 dreht. Im Laufe der Schicht kommt es zu einer unvorhergesehenen Störung. Der Anlagenführer ruft den Meister zu Hilfe. Dieser benutzt seinen Schlüssel der nächsthöheren Berechtigungsstufe, um ein bestimmtes Programm innerhalb der Anlagensteuerung aufzurufen, in welchem er den Fehler diagnostizieren kann. Dort erkennt er anhand der angezeigten Informationen, dass ein Teil verkantet ist. Um das Teil zu entfernen, muss die Schichtleiterin die Anlage mit dem Berechtigungsschlüssel Stufe 3 in den Wartungsmodus versetzen. Sobald das Teil dann entfernt ist, kann die Arbeit für den Anlagenführer weitergehen. Eine mögliche Stufe 4 könnte hier ein Master-Key sein, der die komplette Anlage und ihre Steuerung auf die Standardeinstellungen zurücksetzt, falls sie veräußert oder umgebaut werden soll. Diese beispielhaften Möglichkeiten zeigen gut, wie variabel die Schalter im Arbeitsalltag eingesetzt werden können.

Ein weiterer Vorteil des Schlüsselschalters ist die simple Integration in HMI-Systeme wie Anlagensteuerungen, Aufzug-Bedienpanels oder Alarmanlagen. Das Produkt kann durch die praktischen Maße problemlos hinter der Frontplatte beziehungsweise dem Unterputz platziert werden. Hinzu kommt der immer wichtiger werdende Designaspekt. Schlüsselschalter, die Sie von einem Hersteller beziehen, der weitere Befehls- und Meldegeräte wie Taster, Schalter oder Signalleuchten führt, sorgen im Zusammenspiel mit den weiteren Artikeln der Baureihe für ein harmonisches Erscheinungsbild. Das ist vor allem wichtig, wenn das Human Machine Interface nicht nur einwandfrei und sicher funktionieren, sondern zusätzlich auch eine einheitliche Markenbotschaft transportieren soll. Das erreichen Sie natürlich am einfachsten, wenn Sie einen Partner finden, der Sie über den gesamten Prozess hinweg begleitet und zudem alle Technologien im Portfolio hat: Touchscreen, Gehäuse, Software, Rechner, Joysticks, elektromechanische Systeme, Drucktaster, Leuchtdrucktaster, Schlüsselschalter und Signalleuchten.

Zusammengefasst sind die Vorteile der Schlüsselschalter folgende: Sicherheit durch Schlüssel-Schloss-Mechanismus, zusätzliche Sicherheit durch langzeitverfügbare Schlüsselformen und Ersatzschlüssel, Vielzahl an individuell bestimmbaren Funktionen, auf Nutzer abgestimmte Berechtigungen, Montagemöglichkeiten Auf- oder Unterputz, einfache Integration in komplexe Bediensysteme und die passende Optik zu weiteren Befehls- und Meldegeräten.


Unzählige Anwendungsmöglichkeiten im Alltag

Der Einsatzzweck ist meist durch die Wichtigkeit des Schaltvorgangs bedingt. Müssen Schaltvorgänge vor Fehlbedienung oder unerlaubter Betätigung geschützt werden, kommen meist die oben beschriebenen Schlüsselschalter zum Einsatz. Sie übernehmen sozusagen eine Filterfunktion. Folgende Anwendungsmöglichkeiten gibt es häufig.


Fahrzeugtechnik

Eines der bekanntesten Beispiele: das Starten eines Kraftfahrzeugs. Wäre anstatt des Autoschlüssels mitsamt Schloss hier nur ein simpler Schalter verbaut, könnte jeder das Auto starten. In modernen Fahrzeugen ist dies teilweise sogar schon ähnlich der Fall mit den bekannten, teilweise noch anfälligen Keyless-go-Systemen. Das Zündschloss findet natürlich auch in anderen Bereichen wie Landtechnik oder Sonderfahrzeugbau Anwendung.


Potenziell gefährliche Geräte und Maschinen

Manche Maschinen stellen bei unsachgemäßer Benutzung durch Unbefugte eine Gefahr für Leib und Leben dar. Ein Schlüsselschalter stellt hier die ausschließliche Betätigung durch qualifiziertes Personal sicher. Beispiele wären Müll- oder Schrottpressen.


Laborumfeld

Brennbare Chemikalien, lichtempfindliche Stoffe und komplexe Filtermechanismen im Labor erfordern ein Höchstmaß an Sicherheit. Darum kommen hier nicht nur Reinräume mit Schleusen zum Einsatz, sondern häufig auch gesicherte Stromkreise, die nur mit dem richtigen Berechtigungsschlüssel in Gang gesetzt werden können.


Maschinen- und Anlagenbau

Wie oben bereits erläutert, verfügen viele Maschinen und Anlagen über ein mehrstufiges Berechtigungssystem. Darüber hinaus erfolgt die Rückstellung des, ebenfalls oben näher beschriebenen, Not-Halts häufig durch einen Berechtigungsschlüssel, um eine zusätzliche Sicherheitsebene zu implementieren.


Sicherheitstechnik

Eine Alarmanlage soll Daten, Gebäude und Informationen schützen. Doch sie erfüllt nur ihren Zweck, wenn sie scharf gestellt ist. Manche Fabrikate verwenden dazu ein Tastenfeld, häufig aus Kurzhubtastern, mit denen ein definierter Code eingegeben werden muss. Alternativ oder zusätzlich kann dazu natürlich auch ein Schalter mit Schlüssel verwendet werden. Durch das Drehen auf die eine Seite oder die andere Seite wird die Alarmanlage dann aktiviert beziehungsweise deaktiviert.


Transporttechnik

Aufzüge oder Rollbänder in Gebäuden, die nicht rund um die Uhr öffentlich zugängig sind, werden häufig mithilfe eines Berechtigungsschlüssels über Nacht in den Ruhezustand versetzt. Darüber hinaus übernimmt ein weiteres Schloss im Aufzug selbst das eigentliche Ingangsetzen oder die Auswahl des Stockwerks durch den Bediener.


Zutrittskontrollsysteme

Hierzu zählen Tür- und Torsysteme aller Art, wie etwa die bereits erwähnten Schiebetüren und ihre Steuerung. Hier sind vor allem Garagentorantriebe zu nennen. Tore mit Schiebetorantrieben, Drehtorantrieben oder Rolltorantrieben werden häufig mit einem Torschlüssel gesteuert. Dabei kommen neben schaltenden Varianten auch Schlüsseltaster zum Einsatz. In diesem Fall bewegt sich das Tor nur so lange nach oben oder unten wie der Schlüsseltaster gedreht wird.


Öffentlicher Personennahverkehr

In Bus und Bahn gibt es auf der einen Seite natürlich Zündschlösser, auf der anderen aber auch sogenannte Sonderampeln. Diese arbeiten häufig automatisiert, in anderen Fällen können sie vom Fahrzeugführer über ein Schlüsselsystem gesteuert werden. Diese Ampeln sorgen für eine Vorfahrt des öffentlichen Personennahverkehrs an bestimmten Knotenpunkten und damit für einen reibungslos funktionierenden Fahrplan – sofern eine Lieferung des richtigen Signals erfolgt ist.


Bezahlsysteme

Viele Bezahlsysteme funktionieren über Kartenleser, die, wie bereits erwähnt, mit den Schlüsselschaltern verwandt sind. Manche dieser Systeme sind zusätzlich mit einem Schloss gesichert. Beispielsweise die Supermarktkasse. Muss diese zwecks einer Reklamierung oder Fehlbuchung geöffnet werden, kommen häufig Berechtigungsschlüssel zum Einsatz, da es um sensible Daten und Informationen geht.


Fazit

Schlüsseltaster und -schalter begegnen uns im Alltag beinahe täglich, da sie in vielen Fällen als zusätzliche Sicherheitsebene zum Einsatz kommen. Häufig geht es darum, dass Unbefugte keinen Zugang zu Räumlichkeiten oder Informationen erhalten dürfen. Der Unterschied zwischen Taster und Schalter besteht darin, dass der Taster nach der Betätigung in die Ausgangsposition zurückgeht, der Schalter wiederum einrastet. Wir hoffen, dass Sie alle Informationen gefunden haben, nach denen Sie gesucht haben.


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